#07


Why vegan

vegan2 von mimi

Angestoßen durch die Nichtpräsenz und Ignoranz bestimmter, die Menschen trotzdem essentiell angehende Themen in weiten Kreisen (der „Szene“ und auch sonst), ist dies nun nur ein kleiner Einblick in die Argumentationspunkte des VeganLebens. (und ich entschuldige mich jetzt schon wegen der häufigen Verkürzung der Darstellung und dass ich bestimmt einiges vergessen/nicht beachtet habe)
Weiteres und Rezepte usw findet ihr zahlreich im Netz oder im Buchladen eures Vertrauens;>

Menschen aus allen Lebenslagen, Sozialstrukturen, Kulturen und Alters leben Vegan. Vegan ist Einstellung und Lebensweise – Vegan („vegetarian“ (englisch Vegetarier)) meint in Abgrenzung zu Ovo-Lacto Vegetariern, auf den Konsum tierischer Produkte jeglicher Art (Lederschuhe, Milche, Eier, Honig, Kosmetika, Wolle, Federn, Seide) und Tiernutzung zu verzichten.
Vegan lebende Menschen nennen eine ganze Reihe von Gründen für diese Entscheidung: Für viele spielen ethische und politische Grundüberzeugung eine große Rolle. Außerdem gibt es umweltpolitische Argumente und in der Entscheidung insbesondere für eine vegane Ernährung spielt für manche auch der gesundheitliche Aspekt eine Rolle.

Veganismus aus ethisch-politischer Überzeugung wendet sich gegen Tierhaltung und Konsum tierischer Produkte, weil diese oft auf Versklavung und Tötung von Tieren basieren – zumindest aber notwendigerweise ihre Ausbeutung und Unterdrückung voraussetzen.
Hier setzt die tierrechtliche Argumentation an: Bestimmte nichtmenschliche Tiere vom Gleichheitsprinzip auszuschließen ist in dieser Sicht so willkürlich, wie Menschen anderer Hautfarbe, Kultur, Religion oder anderen Geschlechts auszuschließen. Niemand könne auf Grund der Zugehörigkeit zu einer Art (Mensch, Kuh, Ameise) ein subjektives Recht von anderen zugeschrieben oder aberkannt werden. Dass dies dennoch ständig getan wird und gesellschaftlich akzeptiert ist, wird Speziezismus (Diskriminierung auf Grund der zugeschriebenen Zugehörigkeit zu einer Art) genannt.

Aus herrschaftskritischer Perspektive wird zudem auf die Auswirkung von Fremdbestimmung über tierliches Leben als Mittel zum Zweck des Erreichens menschlicher Interessen auf das Miteinander von Menschen hingewiesen: Aus herrschaftskritischer Perspektive betrachtet müssen alle Herrschaftsverhältnisse (also in dem Fall die Machtausübung des Menschen über Nicht-menschliche Wesen) eingeschränkt bzw. abgeschafft werden. Diese Machtausübung konstituiert und produziert eine Hierarchie, welche sich letztendlich auch im menschlichen Miteinander wiederfindet und re-produziert.So stellt jede immer wiederkehrende Ausübung von Macht und Reduktion Hierarchien her, die die Tendenz haben sich zu verfestigen und auszubreiten. Wer alle Herrschaftsverhältnisse zwischen Menschen abschaffen will, müsse also auch auf Herrschaft von menschlichen über nicht-menschliche Tiere verzichten.
Auch gibt es Argumente für eine kollektive Entscheidung zu Vegetarismus/VeganLeben als öffentlich wahrnehmbares Problembewusstsein, welche zu einer Verbesserung der Tierrechtsbestimmungen führe. Hier seien jedoch unzureichende und für die meisten Veganer_innen nicht tragbare ‚nur‘ aktuelle Verbesserungen von Tierhaltung das Ziel, aber keine die jene grundlegend Infrage gestellt.

Wenn Schlachthöfe Glaswände hätten… Grausamkeit an und Leiden von Tieren

Ein weiteres Argument aus dieser Richtung beschäftigt sich mit dem Leid der Tiere, welches in der konventionellen Tierhaltung (z.B. in Käfigen, eingepfercht und gezwängt auf wenig Raum in fensterlosen Hallen) und bei der Tötung omnipräsent ist und vermieden werden kann, indem auf tierische Produkte verzichtet wird. Argumente (gegen das bestehenden Wirtschaftssystem) sind, dass Massentierhaltung der modernen Landwirtschaft danach strebt, eine maximale Menge an Fleisch, Milch und Eiern bei minimaler Platzanforderung so schnell und billig wie möglich zu produzieren. Das entspricht einer kapitalistsichen Logik, wie auch in anderen (menschliches) Bereichen kritisiert wird.

Da diese auf minimaler Platzanforderung ausgelegte Haltung wesentlichen Grundlagen für Erkrankungen bietet, werden die Tiere in der Massentierhaltung mit enormen Mengen an Pestiziden und Antibiotika gefüttert und besprüht.

Und ganz nebenbei gesagt können und wollen sich die wenigsten Fleischkonsument_innen komischerweise mit genaueren Vorstellungen und Bildern fernab von Bauernhof und glücklichen Milka-Kühen zu dem Ursprung ihrer Nahrung, also auch (!) Legehennenbaterien, Tierversuchen für Medikamente und Kosmetika, Schweinemastanlagen, stinkenden Putenfarmen, Kälberboxen, Hochleistungskühen&Milch die keine mehr ist, gruseligen Tiertransporten und Schlachtszenerien auseinandersetzen.

Klima, Umwelt und globale Erwärmung

Neben der, trotz Verbesserungen, immernoch nicht vertretbaren Zustände in der (Nutz- und Massen-)Tierhaltung sind so zum Beispiel auch die Auswirkung unserer Ernährung auf das Klima von großer Bedeutung. Sie verursacht z.B. 15% des CO2 Ausstoßes der westlichen Industrienationen. Allein in Deutschland fallen jährlich bis zu 300 Mio. Tonnen tierischer Exkremente an. Die Gase, die diese Ausscheidungen produzieren, sind eine der Hauptursachen für den sauren Regen, der die Wälder zerstört, und sind mitverantwortlich für den Treibhauseffekt.
Es bedarf zudem ein mehr an Energie, Ackerfläche und Dünger für Lebensmittel tierischer Herkunft. Diese haben eine weitaus schlechtere Klimabilanz als pflanzliche Lebensmittel.(Nebenbei Methan (also Rinderpupse) tragen enorm zu Treibhauseffekt bei).

Die Produktion von tierischen Lebensmitteln hat erhebliche Auswikungen auf Öko und Sozialsysteme.
In den Industrieländern gehaltene Tiere werden zum großen Teil mit Kraftfutter gemästet, das im globalen Süden angebaut wird. Dort wird nicht nur regional Umwelt zerstört (Abholzung, Wasserverschmutzung,…), sondern auch das Recht der dortigen Bevölkerung auf Ernährungssouveränität und Zugang zu Trinkwasseruntergraben. Egal, ob „Kerry Gold“ oder „Deutsche Markenbutter“ – sehr wahrscheinlich wurde die Kuh mit großen Mengen Soja aus einem Land gemästet, in dem Menschen hungern (z.B. Brasilien). Zugleich wird subventionierte Überproduktion von Milchprodukten, Fleisch und Geflügel aus Europa und den USA zu Dumpingpreisen im globalen Süden auf die Märkte geworfen und so die Existenz von Kleinbäuer_innen zerstört und Ernährungssouveränität angegriffen. Industrielle Tierproduktion hält also postkoloniale globale Hierarchien mit aufrecht. Veganismus kann auch persönliche Verweigerung sein, sich daran in irgend einer Form zu beteiligen. Die tierische Landwirtschaft ist eine der größten Wasserverbraucher. Es werden 20.000 Liter Wasser benötigt, um 1 kg Fleisch herzustellen, aber nur 1.300 Liter Wasser für 1 kg Weizen. Etwa 80% der landwirtschaftlichen Fläche werden dafür benutzt, Tiere zu züchten und der Großteil der pflanzlichen Erträge wird dafür verwendet Tiere zu ernähren.
Auch werden jedes Jahr 325.000 km² Regenwald vernichtet, um auf dem Boden Tiere für den Verzehr zu züchten. Das entspricht der Fläche von mehr als 45 Millionen Fußballfeldern.
Um nicht nur an Land zu bleiben… die Überfischung der Ozeane & die übermäßige Tötung der Tiere die ‚aus versehen in die Netze gegangen sind‘ führt zur Zerstörung des Öko-Systems Meer.

‚Welthunger‘

Denn Land, Wasser und andere Ressourcen, die für den Anbau von Nahrungsmitteln für den Menschen eingesetzt werden könnten, werden stattdessen für den Anbau von Futtermitteln für sog. „Nutz“-tiere verschwendet. Man benötigt bis zu 16 kg Getreide, um nur 1 kg Fleisch zu produzieren.
Der meiste tägliche Kalorienverbauch von Lebewesen geht in den täglichen Energiebedarf, der Rest dieser Kalorien wird verbrannt, während die Tiere bis zum Schlachtgewicht gemästet werden, oder trägt zum Aufbau von Federn, Knochen, Blut und anderen Teilen des Tieres bei, die nicht vom Menschen verzehrt werden.
Wenn jeder auf der Erde 25 % seiner Kalorien aus tierischen Produkten bezieht, können nur 3,2 Milliarden Menschen ernährt werden. Senkt man diese Zahl auf 15 %, können 4,2 Milliarden ernährt werden.
Industrieländer exportieren Getreide in Entwicklungsländer und importieren wiederum das Fleisch, das dort mit dem Getreide produziert wird. So werden die ‚kleinen Bauern‘, die dort die Grundnahrungsmittel für die lokalen Bedürfnisse anbauen, direkt oder indirekt zugunsten von Hybrid-Monokulturen für den Export –als Tierfutter für die Weltmetropolen – verdrängt.

Natürlich ist hier anzumerken, dass bei den angeführten Argumenten nicht nur der tierische-Produkte-Konsum diese Auswirkungen zur Folge hat. Vielmehr ist es das bestehende Weltwirtschafts- und Gesellschaftsstrukturierende System (nämlich der Kapitalismus) welcher diese Lebens-weisen und Auswirkungen möglich macht, produziert, stützt und verfestigt.

Gesundheit

Gesundheitliche Fragen können Lactoseintolleranz (also die Schwerverdaulichkeit vieler Milchsorten), die Verdaulichkeit von Fleisch, die erhöhten Cholesterin und (von arterienverstopfenden gesättigten) Fettwerte (welche die Ursache von vielen Herzkrankheiten sind) von Fleisch, sowie das Sammelsorium von Bakterien in Eiern, Fisch und Fleisch sein. So werden viele Menschen jedes Jahr krank, weil sie ‚verunreinigtes‘ Fleisch gegessen haben, vor allem Hähnchen und Meerestiere.
Einer der Gründe für viele ernährungsbedingte Erkrankungen mag auch darin bestehen, dass man Tieren wie schon oben benannt routinemäßig Wachstumshormone, Antibiotika und Pestizide verabreicht, die sich dann in ihrem Fleisch ablagern und so auf den Fleischesser übergehen.
So können viele Formen degenerativer Erkrankungen vermieden werden, indem man sich schon früh pflanzlich ernährt.
Manche meinen, dass Fleischkonsum neben dem Risiko an Herzinfarkten zu erkranken auch das Krebsrisiko, ähnlich wie Rauchen erhöht.
Und wenn die Molkeindustrie erklärt, dass hoher Milchkonsum gut sei, hat dass garantiert nichts ihrem Gutmenschentum und Besorgnis deiner Gesundheit zu tun. Für weitere Ausführungen (vielleicht auch zu den verqueren evolutionbiologischen Argumentationen vieler Fleischesser_innen) vielleicht ein andermal oder jmd anderes…

Also…

Vegan zu leben heißt nicht perfekt zu sein – es heißt nur, zu versuchen, Leiden und Ungerechtigkeiten, sowie die Gesellschaft konstituierende und immer wieder re-produzierte Grundsätze wie Herrschaft und Macht und kapitalistische Ausbeutungs- und Profitlogiken zu vermindern und zu durchbrechen. Vegan zu leben ist für sich selbst genommen kein Endziel. Es geht nicht darum, „böse” Zutaten im Sinne einer religiösen Doktrin zu verbieten.

vegane Alternativen können z.B. sein:

Soja/Tofu(und Soja/Tofuprodukte)(da auf Genmanipulation achten), Seitan(Gluten), Hefe(und Hefeprodukte(wie z.B Hefeschmelz als Käseersatz), Bananen/Stärke/Sojamehl(als Bindemittel/Eiersatz in Kuchen), Soja/Hafer/Reismilch, Sojasahne, Soja/Haferquisine(als FlüssigSahne), verschiedenste Sirupse (Ahorn, Rüben, Agaven(dicksaft) usw), (Getreide, Dinkel, vollkorn, Nuss, Gemüse) Bratlinge, Mensch kann praktisch alle Gerichte auch mit ohne Tier machen…oft braucht es auch gar keine Ersatzprodukte…

Soja – Anmerkung: Ein_e Veganer_in verbraucht auch wenn sie_er sehr viel Sojaprodukte isst, viel weniger Soja als gelegentliche Fleischesser_innen / Milchtrinker_innen, wenn die Kühe mit Sojakraftfutter gemästet werden.

vegan

Ps: Oft findet mensch vegane Voküs (Erklärung dieser in den letzten Potsdamned vorhanden), weil da neben den ganzen anderen angeführten Gründen mensch a)meist günstiger davon kommt, b)tierische Produkte im Massenkonsum noch dööfer ist als so schon, c)damit nicht ‚anders‘-essende Menschen(weil sie es nun so gewählt haben oder weil sie vielleicht Lebensmittelunverträglichkeiten haben) nicht ausgeschlossen werden, d)damit ganz nebenbei viele Menschen erreicht werden und vegane Gerichte („Möglichkeit auch ohne Tier zu kochen“) Verbreitung finden.

Mehr Infos:
Vegan outreach, LeSabot, goveggie.de, vegan.
de, vegan.at

GEFICKT! was ist das problem?

von - kassettenrekorderkind -

DAS IST EIN SCHMIERZETTELERGEBNIS:
unausgereift:: nicht zu ende gedacht:: um die ecke gepöbelt:: laut und doch wieder nicht das maul weit genug aufgerissen:: unfertig:: an alle: macht was draus;) :: kritik ist angebracht-nicht nur hierfür hähä:: mit unordentlichen fusznoten
::::::::: und und und ::::::::::: und überhaupt ::::::::::::::: und sowieso ::::::::::::::::::::::

GEFICKT! was ist das problem?

über das folgende bin ich schon oft gestolpert und letztens so richtig über einen flyer. vorne drauf stand: „gefickt?“ und hinten gab’s infos, die bei ärger in der schule wegen des streiks weiterhelfen.
mal abgesehen davon, dass es vielleicht nicht das wort ist, das alle menschen für die beschreibung eines teils von sexualität nutzen, weil es womöglich zu derbe klingt, ist es schon bemerkenswert wie inflationär es in der linken auftaucht: „die bullen haben mich heute wieder gefickt.“

[ NICHT EINVERNEHMLICHER SEX ]

was das mit sex zu tun hat? scheinbar ja erstmal nix. jedenfalls wird es nicht bewusst in zusammenhang gebracht oder gedacht. aber der zusammenhang ist da.
bildersuche google. gebt mal „fuck the police“ ein. eines der ersten bilder, wo nicht nur der satz drauf ist, zeigt einen bullen, der mit dem oberkörper auf die motorhaube gedrückt und von hinten „gefickt“ wird. und das von einem ‚typen’ in kapuzenpullover. auf den komme ich gleich noch zurück.
erstmal habe ich mich gefragt, warum „ficken“ bzw. „gefickt werden“ etwas netgatives ist. da gibt’s zunächst keinen grund, auszer es findet nicht in beidseitigem einvernehmen statt.
also: ein mensch wird ohne es zu wollen „gefickt“. und schon bin ich zur anfänglichen redewendung zurückgeplumpst. „gefickt werden“ ist also etwas, das nicht gewollt ist?
bei einer einvernehmlichen, kommunizierten und somit einfacher lustvollen sexualität ist „gefickt werden“ wohl kein problem. bei ‚unserer’ üblichen redewendung ist es aber eins. also erschlieszt sich mir hierbei ein zusammenhang mit nicht einvernehmlichen sex, – sexueller gewalt, – vergewaltigung.
nun ist „fuck“ ein wort aus dem amerikanischen, dass die sexualisierte herleitung nicht vorrangig bedient.
so einfach ist die welt aber nicht, dass es ginge die sachen wörtlich zu übersetzen und somit auch den sinn gleich übernommen zu haben. sowas kommt von sowas und „ficken“ kommt von sex.
„ficken“ im kontext politischer parolen macht nur als erniedrigungspraxis dem ‚feind‘ gegenüber sinn. dass heiszt dann aber auch, dass durch verwendung solcher parolen vergewaltigungen als okay deklariert werden, sogar als cool.
na gut, eigentlich wird das wort ja eher im hinblick auf erniedrigt werden gebraucht.
soll das irgendwem verklickern, dass ihr euch vergewaltigt fühlt, wenn die bullen euch hochnehmen? das verharmloste so dermaszen vergewaltigungen und deren folgen, dass es kaum zu fassen wäre! in vielen regionen dieser welt werden frauen vom politischen gegner, der polizei oder dem militär schon bei den festnahmen oder bei verhören durch vergewaltigungen gefoltert. ist das im bewusstsein parat? … – ich glaube, dass die vergewaltigungsverbindung im grunde in den köpfen vorhanden ist, aber sie wird erstmal als machtinstrument der ‚bösen‘ hochstilisiert, denn die „ficken“ ‚uns‘ ja.
als politischer aufruf wird es selten verwendet – auszer bei dem „fuck the police“ oder „fuck the army“ spruch. der wäre allerdings auch nicht einfach mal auf frauen angewandt worden, wie z.b. „fuck erika steinbach.“ deshalb denke ich auch, dass die bisher gezogenen schlüsse nicht ganz von der hand zu weisen sind.

[ „MANN FICKT“ ]

ab diesem punkt fange ich richtig an zu unterstellen. – zugegeben. – aber es sind unterstellungen, die sich mir aufdrängen sowie ich mich an viele gespräche darüber oder über ähnliche themen erinnere. also sind es für mich erfahrungswerte.
zum ‚typen’ im kapuzenshirt kann ich erstmal sagen, dass das bild nicht aus einem linken kontext stammt. aber die bilder in ‚unserer‘ hirngooglesuche mal dezent überprüft, könnten ‚wir‘ womöglich feststellen, dass da keine frau den bullen in ‚unsrer‘ vorstellung beim hören oder sagen des satzes „gefickt“ hätte.
auch wenn sich ‚die szene’ das mitdenken und solidarisieren von/ mit lesbisch-schwulen-transgender lebensweisen quasi auf ihre schwarz roten fahnen geschrieben hat, hat das nicht viel mit der realität zu tun. denn „der mann fickt.“ er hat dazu, was er in der wirklich präsenten wahrnehmung braucht…- einen angewachsenen schwanz. soweit reicht der horizont. wären die eben genannten lebensweisen ernsthaft mitgedacht, würde diese einfache wortformel nicht funktionieren. sie funktioniert nur in der verbindung ‚mann-frau’ / ‚frau-mann’.
ich unterstelle nicht, dass in dieser denke frauen nicht „ficken“ können, aber sie tun es quasi durch/mit dem schwanz des mannes.
weitere gedankliche ausflüge in richtung sex ohne angewachsenen schwanz verkneife ich mir jetzt, gerade auch um jeglichen ‚zirkuscharakter’ zu vermeiden.
deutlich:
„ficken“ geht nur mit angewachsenem schwanz und der wird in der breiten wahrnehmung damit zusammengebracht frauen zu „ficken“.
in der vorstellung wird aber ein mann von einem mann „gefickt.“ dabei unterstelle ich schlicht homophobie! denn eine frau „ficken“ ist so ‚normal’ einerseits, dass es zu unspektakulär wäre und andererseits zu heikel wegen der dann wieder zu offensichtlichen vergewaltigungspropaganda. was auch daran zu sehen ist, dass „bullen ficken“ nicht als „polizistinnen ficken“ gesagt wird. das wäre dann wieder zu krass. hier werden polizisten angesprochen, wird ihnen etwas angedroht.

kein sex mit nazi

[ KLEINE – wieder pöbelige – ZWISCHENFRAGEN ]

an wen richtet sich eigentlich der spruch ‚kein sex mit nazis’?
warum steht da nicht: ‚fickt keine nazis?’ frauen haben sex und männer „ficken“, nicht wahr?

[ PENETRATION MACHT MACHT ]

der machtgedanke ist allgegenwärtig. entweder jemensch fühlt sich durch macht erniedrigt oder jemensch erniedrigt selbst durch schon mit worten angedrohte macht. die (männliche) polizei „ficken“ heiszt, sie ‚unserer‘ oppositionellen macht zu unterwerfen. und das hat auch etwas mit dem status des mannes in dieser gesellschaft zu tun. der mann zeigt macht, indem er penetriert. so ist das bild. das zeigt sich schlicht schon in der sprache der männlichen steckenpferde wie z.b. dem militär. da ist penetration so etwas wie das machtvolle durchdringen/durchschlagen eines panzers mithilfe einer kanone oder weisz ich was.
hier fängt nun wirklich komplett planloses in gedankenfetzengeschwimme an – deshalb schlussgemacht damit meinerseits – weitergemacht und analytischer gedacht…ein biszchen rabatz gemacht im kopf allerseits bitte.
die homophobieunterstellung muss -klar- nicht zwingend stimmen, aber eindeutig ist, dass frauen, transgender und alle menschen, die keine männer sind, nicht mitgedacht werden. und wenn es – wie oft eingewandt wird ein einfaches nicht mitnennen, aber trotzdem mitmeinen ist, dann wunderts doch keinen menschen, dass hier dieses schmähstück hier entstanden ist und es muss sich dann gefragt werden wie vergewaltigungsrethorik in linker propaganda und alltagssprache so unreflektiert
platz findet, oder?

fusznoten oder so:
„ficken-gefickt-fuck“ ist in „“ geschrieben, weil es wörter sind, deren unreflektierte nutzung hier deutlich gemacht werden soll.
einige begriffe sind in ‚…..‘ geschrieben, weil sie pauschalisierend sind und deshalb hervorgehoben werden.
frauen und männer sind nicht in „“ geschrieben, weil sonst hier eine optische zeichenüberlastung wäre und weil diese biologisierenden kathegorien dem kontext dieses textes passen. soll heiszen: den angesprochenen wird womöglich ein bewusstsein für die unsinnigkeit dieser kategorien allein abgesprochen.

Apfelsaftschorle… – Arbeiter_in meide den Schnaps!

von Teeadzeh

Anlässlich der Diskussion die die AALP mit dem Artikel ‚Bläst die Szene sich das Hirn weg‘ und einer Veranstaltung mit dem Chillout e.V. anstoßen will, haben wir uns ein paar Gedanken gemacht.
Nicht immer können wir unsere Kritikpunkte konkret dingfest machen, manches war auch eher ein „Bauchgefühl“ unsererseits gegenüber der „Drogentext-Position“. Und ja, wir sind irgendwie desöfteren in die Polemik-Falle getapst, sahen uns aber unfähig wieder heraus zu tapsen und bitten um Verständnis und Nicht-persönlich-nehmen.
Wir möchten auch erstmal sagen, dass wir es sehr begrüßens- und dankenswert finden, dass das Thema überhaupt eingebracht wurde, da eine Auseinandersetzung dazu sicherlich angebracht oder gar notwendig ist.

Im Grunde genommen, ist den im Artikel getroffenen Aussagen über den Drogenkonsum in der „Szene“ und überhaupt wenig entgegenzusetzen. ‚Klar, Drogenabhängigkeit ist scheiße, Drogen zu nehmen an sich erstmal nicht so, aber aufgepasst, da kann schnell viel passieren, also bitte Kinder, denkt doch mal drüber nach, ja. …‘ Hm … ein bisschen was kam uns doch komisch vor.

So kommt mensch bei allen Verständnisbekundungen nicht um den, im Text erweckten, Eindruck herum, das Drogen in ihrem tiefsten Grunde etwas Böses sind, dass ein selbstbestimmter, freier und verantwortungsvoller Drogenkonsum, ohne gravierende Spätfolgen, für unmöglich erklärt werden soll.

Schon mal Haschisch gespritzt?

Das liegt auch daran, dass in diesem Artikel die Trennschärfe fehlt, schwere Abhängigkeiten mit regelmäßigem Konsum gleichgesetzt und auch keine Unterscheidung zwischen verschiedenen Substanzen vorgenommen wird. Ganz im Sinne staatlicher Drogenaufklärung, welche eben nicht aufklären, sondern Angst machen soll, führt Kiffen über kurz oder lang zum „goldenen Schuss“ und exzessives Computerspielen scheint sich auch fast in der gleichen Liga zu bewegen, wie Kokain schnupfen.

Gerade in dem Versuch Sucht im allgemeinen zu thematisieren und sich nicht nur auf chemische Botenstoffe (Koffein bis Heroin) zu beschränken, werden verschiedenste Süchte zu einer gefährlichen grauschwarzen Masse zusammengerührt, bis sich kein Konsument(von was auch immer)in dem Beschriebenen wieder erkennt und alle irgendwie „süchtig“ sind. Führt dieses Konstrukt der Sucht nicht alles ad absurdum? Gibt es dann überhaupt einen nicht-süchtige Menschen? Und WER entscheidet dann ab wann Sucht Sucht ist? Abhängigkeit als Indikator für Sucht? Wer sagt wer abhängig ist und wer nicht, bzw. welche Abhängigkeit ein Problem darstellt? Mit Kaffeejunkies hat ja auch noch niemand ein Problem gehabt, ist dann die Abhängigkeit an sich ein Problem?

Drogenkonsum so scheint es in dem Text wird nicht als Mittel gesehen, um etwas Spaß zu haben, sondern wird fast nur negativ gezeichnet. „Jede_r sucht sich so ihre_seine Nische – Das zwanghafte Verlangen nach Konsum: Das ist Sucht. Die Gründe dafür sind zahlreich, aber haben den selben Kern. Es geht um innere Leere, Vereinzelung, das Fehlen von Stabilität, Sicherheit und Perspektivlosigkeit.“

Ohne die enormen Folgen für Betroffene und Umfeld leugnen zu wollen, die eine Abhängigkeit von einigen Substanzen mit sich bringt, so ist sie dennoch keine unumgängliche Folge des Konsums und sehen wir die meisten Menschen selbstbestimmt und sich aller (möglichen) Konsequenzen bewusst, regelmäßig Drogen genießen, ohne in ein Abhängigkeitsverhältnis zu fallen und auf der nächsten Party nicht mehr verzichten zu können.

Vom weißen Pulver und weißen Westen…

Daran schließt sich die Kritik der Darstellung von cleanen bzw. drogenkonsumierenden Personen an.
Indem den Drogenkonsument_innen viel Verständnis, für ihre Situation entgegengebracht wird, wird ihnen die Fähigkeit zur (selbst)verantwortlichen Entscheidung abgesprochen; ein Bild wird entworfen, von jungen Menschen, unter großem sozialen Gruppendruck und/oder gebeutelt von den gesellschaftlichen Verhältnissen im Kapitalismus, die als Flucht aus dem Alltag zu Drogen greifen, um mal richtig abzuschalten – alles voll verständlich versteht sich – und leider, handelt es sich bei der schönen Welt, die sich ihnen dann so eröffnet, nur um eine fiese Illusion, nicht um den echten Kommunismus. Für den können sie dann leider nicht mehr kämpfen, weil sie sich mit den Drogen Körper und Geist vollkommen zerstört haben.

Im Umkehrschluss entsteht die Figur des_der asketischen, durch Kampfsport und vollkommenen Verzicht gestählten Retter_in und Helfer_in, der_die selbstlos im Kampf für die bessere Spaßgesellschaft, in seinem_ihrem aktuellen Leben auf diesen verzichtet, um einer christlichen Heilserwartung gleich, lieber auf das richtige Leben im Richtigen zu warten, statt sich dem Makel der Alltagsflucht auszusetzen.
Das war überspitzt, so überspitzt wie das Bild vom Druffi als totalem Opfer seiner Selbst und den schlimmen Verhältnissen.

Uns fiel auf, dass im Artikel eine unterschwellige Hierarchisierung zwischen Menschen, die Drogen nehmen und denen, die so etwas quasi nicht nötig haben, stattfindet. Wieso ist es eigentlich besser, immer bei klarem Verstand und in guter körperlicher Verfassung zu sein? Die meisten Asketen haben genauso einen an der Waffel wie die meisten Drogenkonsumenten.

So wirken die aus dem Sozpäd-Lehrbuch geklauten Lebensweisheiten ein bisschen wie ein Therapie-Angebot mit Hintergedanken, mit dem Ziel, „gute linksradikale Aktivist_innen“ im politischen Kampf zur Verfügung zu haben. Das erinnert an staatliche Gesundheits- und Drogenpolitik, die nur darauf bedacht ist die Leute verwertbar zu halten. Diese schwankt, genau wie der linke Drogendiskurs zwischen der Aufforderung doch mal über die eigene Gesundheit und den eigenen Konsum nachzudenken und der Forderung nach Verboten (Dealer raus! usw.).

Die Generationen an Jugendlichen, die sich seit den 60ern mit allem Möglichen aus der kapitalistischen Produktion geschossen haben, haben sich schon immer beidem verweigert, der Aufforderung zur SelbstÖkonomisierung von staatlicher Seite, wie auch den „Polit-Knallköppen“, die sie in ihrem Revolutionskonzept fest eingeplant hatten. Das ist vielleicht auch der Grund warum sich in dieser Debatte bisher scheinbar keine (als solche wahrgenommenen) „Drogen-Opfer“ zu Wort melden.

Warum ausgerechnet (nur) in der linken Subkultur-Szene das revolutionäre Subjekt gesucht wird, um sich dann darüber zu ärgern, dass die Leute da immer nur Party machen wollen und doch kein richtiges politischen Bewusstsein haben, bleibt eine weitere offene Frage.

An sich ist für die Revolution zu kämpfen natürlich gut und auch sinnvoller als unreflektiertes Sich-Selbst-abschießen. Aber so wie das Umstürzen gesellschaftlicher Verhältnisse nur als kollektive Handlung funktionieren kann, so können wir auch nur kollektiv, als „Szene“ unsertwegen, einen Umgang mit Drogenkonsum finden. Individualisierende Appelle, a la „Denk du mal über dein Konsumverhalten nach!“ bringen in etwa soviel Weltrevolution wie die individuelle nur noch bio einzukaufen, keine nämlich.

Individualisierung vs. kollektiver Umgang

Statt jede_n einzeln zu mehr Bewusstsein aufzufordern, müssen wir uns gemeinsam die Frage stellen, womit wir umgehen wollen und können und womit nicht. Welche Rauschmittel wollen wir auf unseren Parties, in unseren Kneipen, in unseren Wohngemeinschaften haben, welche nicht? Was lehren uns Erfahrungen im Umgang mit verschiedenen Drogen?

Denn natürlich bergen diese Gefahrenpotentiale, über die wir uns austauschen sollten. Es gab solche Diskussionen bereits. Aus den Erfahrungen der 90er mit „unprofessioneller“ akzeptierender Drogenarbeit mit H-Junkies, welche ganze Häuser in die Abhängigkeit brachten, wurden Konsequenzen gezogen. Es wurde die Notbremse gezogen und Heroin und seine Konsument_innen wurden aus den Häusern gedrängt.

Es gab seit den 60ern immer wieder Wellen , in denen neue Drogen auf den Markt kamen, LSD Ende der 60er, dieser Trip führte für nicht wenige aus der Hippiebewegung in die „Klapse“, Heroin in den 80ern, das die damalige Jugendbewegung in einigen Gegenden, gerade in Kleinstädten, bis zur Auflösung dezimierte. Diese Wellen fanden nicht ganz umsonst zu Endzeiten von sozialen Bewegungen statt und vielleicht hat die AALP ja recht, dass es an der Zeit ist sich über die (nicht mehr ganz so neuen) chemischen Drogen mal ’nen Kopf zu machen.

Auch wir nehmen die Menschen wahr, die ihre Drogen und ihr Leben nicht mehr unter einen Hut bekommen, wobei dann nicht die Frage gestellt werden sollte, warum diese Menschen Drogen nehmen (Warum schaue ich fernsehen?), sondern, warum sie mit diesen nicht zurecht kommen.

Zudem führt uns die wichtige Beobachtung, dass einige Substanzen zum leichtfertigen Überschreiten der Grenzen anderer führen, zur Frage des (kollektiven) Umgangs mit solchen Grenzüberschreitungen.

Dass heißt, Diskussionen sind auf alle Fälle angebracht und notwendig!
Sinnvoll kann es in diesen Diskussionen aber auch sein, darauf zu achten welche Drogen diskutiert werden. Wir haben es heute vermehrt mit Speed und Ecstasy und weniger mit dem, vor allem in den 80ern konsumierten Heroin zu tun, welches in dem Text scheinbar als Blaupause für alle anderen Drogen herhaltenden muss.

Statt der sorgenfaltigen Verteufelung von allem, was nicht Mineralwasser ist, sollten wir uns – gemeinsam und als/mit Konsument_innen – ganz ehrlich fragen, was welche Drogen mit uns machen, was cool an ihnen ist und was nicht, worauf beim Umgang mit ihnen zu achten ist, usw. Denn auch im Kommunismus wird es Drogen geben, schon deshalb, weil wir darauf nicht verzichten wollen!