Recht auf Pdm

Im letzten halben Jahr wimmelte es von Beiträgen über Stadtentwicklung und Gentrifizierung, über Möglichkeiten und Grenzen linksradikaler Politik u.a. mit Hausprojekten und deren Perspektiven im linken Diskurs und wichtiger – im Ganzen. Bestimmt gehts auch schon viel länger, aber mir ist es erst jetzt deutlich geworden.

Im Anschluss an den phase2 Artikel über Stadtentwicklung und den Slogan „Recht auf Stadt“ (#35,2010), der JW-Reihe über Hausprojekte (#13,2010), der Exrotaprint-Diskussionrunde (http://metropolenpolitik.wordpress.com/) aber auch der der Mediaspree-Versenken-Kampagne, der Wir-Bleiben-Alle Aktivitäten, der Stuttgart-Bahnhof oder Hamburggeschichte und letztendlich auch wieder in der aktuellen arranca (#41) – einiges ist in Bewegung.
Mir scheint, dass viele spannende Zugänge und Überlegungen noch nicht so recht (/nicht mehr so recht) in Potsdam bedacht bzw. nicht gemeinsam diskutiert werden.

So weist ein Beitrag aus der phase 2 (#35,2010) auf eine nach meiner Meinung nach interessante These: Neoliberale Praxis und Planerische Methode stellen abgesteckte Räume zur Verfügung, in denen Selbstverwaltung und -Organisation nicht nur geduldet sondern erzwungen werden. Sodass Menschen optimal als Ressource genutzt werden können.

Das schließt an die Frage an, inwiefern vormals als emanzipatorisch gekennzeichnete Methoden und Strategien sich evt. überlebt haben und strategisches Neudenken nötig ist. Für die Freiraumdiskussion bedeutete dies ein nochmaliges Nachdenken über gewünschte Effekte und aufgehalste Arbeit. Was ist positiv an welcher Art von Organisation in einem Haus und wieviel ist es uns wert? Was bringt es uns auf dem weg zur Verbesserung unserer und aller menschlicher Arbeits- und Lebensbedingungen, auf dem Weg zur Überwindung des Kapitalismus?

Dass Häuser kein Endzweck sind sondern nur Werkzeug, ist breit angenommen (oder?). Wenn es aber “nur“ Werkzeuge sind, um z.B. an sozialen Kämpfen teil zu nehmen oder um preiswerten Wohn- und Projektraum zur Verfügung zu stellen, wie wichtig ist dann die innere Strukturiertheit? Wie sehen die tatsächlichen Bedürfnisse der Projektmitglieder aus? Wie sind solch „Freiräume“ bestenfalls nutzbar für die Intervention in soziale Konflikte – Heute und hier in Potsdam.

Vor kurzem habe ich dazu in der aktuellen arranca (#42) noch zwei interessante Beiträge gefunden:
1. fels: Ich glaub, ich seh Gespenster. Die Linke und wo es sonst noch spukt
2. Friederike Habermann: Auf die Revolution warten ist Quark