W[I]E FIGHT!?

von besserwisser

Wie grotesk erschien es mir als ich in dem allseits beliebten RBB, genauer der renommierten Nachrichten-Heimat-Show „Brandenburg Aktuell“ Campina Arbeiter_innen sah, welche um ihren Arbeitsplatz kämpften und offensiv, fast schon aggressiv, ihr Transparent in die Kamera hielten: WE FIGHT! Doch was war geschehen? Campina als globaler Konzern möchte eine unrentable Aussenstelle mit etwas über 100 Mitarbeiter_innen schließen. Matze Platze schnackt ganz nach Wahlkampfaussage „Ich setze mich für jeden Arbeitsplatz ein!“ ein wenig mit den Geschäftsführern und verkündet enttäuscht: „Nix zu machen.“ Wie schade würde mensch und die Opfer der Stellenstreichungen jetzt denken. Eigentlich könnte die Erzählung an dieser Stelle enden, wenn da nicht dieses Transpi WE FIGHT wäre.
Leider blieben die erwarteten (KAMPF-)Aktionen aus. Kein Kopfgeldjaging auf Manager, kein Fabrikbesetzing, kein Erpressing mit Fabrikhochsprenging oder Straßenschlachting, nicht mal ein Bosskidnaping. Irgendein Gen schien den Elsterwerdaraner Genossen_innen zu fehlen, dass sie nicht den Aktionismus der französischen Genossen_innen übernahmen. Firmenchefs festsetzen, Drohungen aussprechen die Fabrik zu sprengen oder gar die Fabrik über Wochen besetzt halten und militant gegen jedwede Popeleieinheiten verteidigen. Welle für Welle, geschehen in Südkorea. Ein anderer Erklärungsversuch wäre, dass der Repressionsapperat und Überwachungsstaat einfach die Kommunikation zur zentralen Koordinationsstelle für revolutionäre Umstürze, die Ortsstelle Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Cottbus, unterbrochen hatte um die solidarischen Massenstreiks zu verhindern. Und ohne Führung kein Aufbegehren. Schade, Schade, die Weltrevolution war so nah…the struggle goes on…

„Ich weiß, das wird ein sehr beschwerliches Stück
Doch wir holn uns irgendwann IGM und Verdi zurück!“ (Holger Burner)